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Workshop "Konkrete Natur, abstrakte Bedrohung - Zum Verhältnis von Antisemitismus und Transfeindlichkeit"

  Die Anmeldung zu dieser Veranstaltung ist abgeschlossen
Hier kommt eine Kurzbeschreibung hin.

Im Rahmen der Queer-Jüdischen Tage findet am Sonntag, den 02.11. in Erfurt der Workshop "Konkrete Natur, abstrakte Bedrohung - Zum Verhältnis von Antisemitismus und Transfeindlichkeit" mit Lara Wenzel statt:

In seiner Analyse Antisemitismus und Nationalsozialismus leitet Moishe Postone Antisemitismus aus der kapitalistischen Wertform ab. Während konkrete Arbeit aufgewertet wurde, erklärten die Nationalsozialisten Geld zur Wurzel allen Übels. Sie identifizierten Juden*Jüdinnen mit dem abstrakten, unfassbaren Herrschaft und wollten diese Seite des Kapitalverhältnisses zu vernichten. Dies übertrug sich auch auf das Geschlechterverhältnis, innerhalb dessen Juden*Jüdinnen Transgression zugeschrieben wurde, die dem Bild des „gesunden“, deutschen Volkes entgegenstand. Die Verschränkung von Antisemitismus und Queerfeindlichkeit taucht heute in Kampagnen gegen eine mächtig geglaubte „Trans-Lobby“ und den Schutz der „natürlichen“ Familie wieder auf. Besonders transfeminen Personen wird in diesen Erzählungen zugeschrieben, sie seien künstlich, übermächtig und hätten eine eindringende Sexualität. Diese transmisogyne Angstkulisse wird zur Rechtfertigung von Diskriminierung, Repression und Gewalt genutzt und knüpft an antisemitische Strukturen an.

Im Workshop wird ausgehend von der Kritik des modernen Antisemitismus diskutiert, wie die Dichotomie zwischen konkreter Natur und abstrakter Bedrohung transmisogyne Erzählungen durchzieht. Gemeinsam lesen wir Ausschnitte von Postones Antisemitismus und Nationalsozialismus, um uns diesen Grundlagentext anzueignen. Daraufhin betrachten wir Versuche von Joni Alizah Cohen und Natalia Cassidy Transmisogynie mit dieser Theorie zu fassen. Die Textdiskussionen werden von Input begleitet, der einführt und die Inhalte noch einmal zusammenfasst. Ziel des Workshops ist es, ein grundlegendes Verständnis von Antisemitismus und Transmisogynie zu vermitteln.

Lara Wenzel ist Theater- und Kulturwissenschaftler*in und promoviert an der Universität Leipzig. They schreibt Theaterkritiken und referiert zu materialistischem Queerfeminismus und Queerfeindlichkeit.

 

Wann
02.11.2025 von 13:00 Uhr bis 17:00 Uhr
Ort
Ortsangabe folgt in Anmeldebestätigung
Erfurt
Deutschland