Terminkalender
Veranstaltung im Rahmen der Queer Jüdischen Tage Thüringen 2026 mit Lara Wenzel
Nationalistische Bewegungen gehen in den letzten Jahren gezielt gegen die Errungenschaften feministischer und queerer Kämpfe vor. Im Namen einer ‚Natürlichen Ordnung‘ greifen sie das Recht auf körperliche Selbstbestimmung an, um eine binäre Geschlechterhierarchie durchzusetzen. Die reaktionäre Bewegung hat einen überraschenden Partner: Gender Critical Feministinnen setzen sich unter dem Deckmantel der Stärkung von Mädchen- und Frauenrechten für eine biologistische und exklusive Vorstellung von Geschlecht ein und arbeiten daran, mit einer transfeindlichen Bedrohungskulisse die Selbstbestimmung von jungen Menschen anzugreifen.
Der Vortrag zeigt anhand theoretischer Bezüge zu Moishe Postone, wie transmisogyner Hass mit antisemitischen Bedrohungsfantasien verwoben ist. Durch die Überhöhung von ‚natürlicher‘ Weiblichkeit und der Zeugungsgemeinschaft der patriarchalen Kleinfamilie, die vermeintlich bedroht sind, von einer übermächtigen ‚Trans Lobby‘ zersetzt zu werden, entsteht eine strukturelle Nähe zum antisemitischen Wahn. Der Vortrag analysiert, wie insbesondere transfeminine Personen zur Projektionsfläche eines gesellschaftlichen Backlashs werden und wie dafür der vermeintliche Schutz von Kindern zur Legitimation patriarchaler Normen instrumentalisiert wird.
📅 Donnerstag, 12.11.2026, 19:00 Uhr
📍 Iberoamérica (Wagnergasse 25, 07743 Jena)
✅ Eintritt frei, Anmeldung erbeten
Die Queer-Jüdischen Tage sind eine gemeinsame Veranstaltungsreihe der LSBTIQ*-Koordinierungsstelle und des Queeren Zentrum Erfurt im Vielfalt Leben - QueerWeg Verein für Thüringen e. V., von RIAS Thüringen und Bildungswerk ver.di Thüringen e.V. Gefördert aus Mittel der Thüringer Staatskanzlei, des Thüringer Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur, sowie durch die Stadt Erfurt.
Ausschlussklausel: Die Veranstaltenden behalten sich vor, von ihrem Hausrecht Gebrauch zu machen und Personen, die in der Vergangenheit durch antisemitische, queer- oder transfeindliche, rassistische oder sonstige menschenverachtende Äußerungen in Erscheinung getreten sind, den Zutritt zur Veranstaltung zu verwehren oder von dieser auszuschließen.







