Eingabehilfen öffnen

Queerspezifische Gewalt:

Mit queerspezifischer Gewalt meinen wir insgesamt Gewalt, die queere Personen erleben oder die sich gegen queere Personen richtet. Dazu gehören insbesondere queer* und trans*feindliche Vorfälle, aber auch Gewalt in der (Wahl-)Familie oder Gewalt in Partner*innenschaften oder anderen nahen Beziehungen.

Diskriminierung oder Gewalt?

Wir verstehen Diskriminierung als eine Form von Gewalt. Gewalt kann also mit Diskriminierung zusammenhängen, muss sie aber nicht. Queere Personen können Gewalt erleben, weil sie queer sind oder es ihnen zugeschrieben wird. Gewalt kann aber zum Beispiel auch in queeren Beziehungen passieren, ohne dass die queere Identität der Grund für die Gewalt ist.

Zählt das, was mir passiert ist, als Gewalt?

Deine Wahrnehmung zählt! Viele queere Personen erfahren im Alltag Diskriminierung und Gewalt. Erfahrungen werden häufig als „nicht schlimm genug“ eingestuft. Das kann verschiedene Gründe haben. Zum Beispiel wird in unserer Gesellschaft Gewalt oft mit körperlicher Gewalt gleichgesetzt, die dann z.B. auch strafrechtliche Konsequenzen haben kann. Alles, was keine körperliche Gewalt ist, wird dann leider nicht ernst genommen. Das wollen wir hier ändern. Du hast hier den Raum zu melden, was du als gewaltvoll empfunden hast.

Beispiele:

Queerspezifische Gewalt äußert sich ganz unterschiedlich. Es gibt emotionale Gewalt, psychische Gewalt und physische Gewalt, medizinische Gewalt oder sexualisierte Gewalt. Sie findet in der Öffentlichkeit, zu Hause, in der Ausbildung/Uni oder am Arbeitsplatz statt. Die folgende Aufzählung hat keinen Anspruch auf Vollständigkeit, sondern soll nur Beispiele zeigen:

  • Im Stadtbild finden sich Sticker oder Graffitis mit queerfeindlichen Inhalten,
  • Das Entwenden oder Beschädigen von queerer Symbolik, wie z.B. einer Regenbogenfahne,
  • Verbale Anfeindungen, wie z.B. Beleidigungen, Bedrohungen oder Einschüchterungsversuche,
  • Unangemessene, intime Fragen, die anderen Personen nicht gestellt werden würden,
  • Misgendern: die (absichtlich) falsche Verwendung von Pronomen oder die Missachtung selbst gewählter Vornamen,
  • Deadnaming: die (absichtliche) Verwendung eines abgelegten Namens,
  • körperliche Gewalt,
  • Bedrohungen per Mail oder Brief,
  • Fremd-Outings oder Androhung eines Outings,
  • Queerfeindliche Demonstrationen oder Kundgebungen in deiner Stadt,
  • Auf einem Formular gibt es keine passende Anredeform für dein Geschlecht,
  • Nicht die gleichen Rechte zu haben, wie andere Personen.
  • Etc.

Weitere Meldestellen:

Da sich unser Projekt noch im Aufbau befindet, können wir im Moment leider nur Meldungen aufnehmen, die in Thüringen passiert sind. Hier findest du eine Liste mit Meldestellen in Deutschland:

Melde- und Beratungsstellen mit Sitz in Berlin, die aber bundesweit Meldungen aufnehmen:

Meldestellen mit weiteren thematischen Schwerpunkten: